Brutaler Angriff wegen eines Israel-Ansteckers
Ein Mitglied der DIG Würzburg wurde in der Nacht auf den Montag angegriffen und schwer verletzt.
Die in der DIG engagierte Person wurde wegen eines öffentlich am Revers getragenen Ansteckers israelfeindlich angesprochen. Während des Gesprächs schlug ihr der Angreifer dann unvermittelt ins Gesicht.
Als die Person bereits wehrlos am Boden lag, trat der Angreifer weiter brutal auf Kopf und Körper ein. Sie erlitt unter anderem Kopfverletzungen und einen Knochenbruch und befindet sich derzeit auf der Intensivstation.
Der Angreifer wurde festgenommen. Nach unserem Kenntnisstand wird auch geprüft, ob ein versuchtes Tötungsdelikt vorliegt.
Wir stehen in voller Solidarität an der Seite unseres schwerverletzten Mitglieds und wünschen eine schnelle und vollständige Genesung!
Antizionismus als Rechtfertigung von Gewalt
Seit dem 7. Oktober tritt Antisemitismus immer offener, enthemmter und gewaltvoller hervor – auch in Würzburg. Auf Kundgebungen werden „Zionisten“ als Feinde markiert, beschimpft und bedroht. Israelsolidarische und jüdische Menschen werden dabei mit einer Sprache konfrontiert, die sie zu Unterstützern des absolut Bösen dämonisiert.
Der Antizionismus liefert hierbei nicht nur das Feindbild, sondern auch die moralische Selbstermächtigung: Wer als „Zionist“ markiert wird, gilt nicht mehr als Mensch mit einer anderen Position, sondern als existenzieller Feind. Wer sich selbst auf der Seite des Guten wähnt, kann so antisemitische Gewalt als gerechten Widerstand, Strafe oder Notwehr rechtfertigen. Das antisemitische Ressentiment verschafft sich so die vermeintliche Berechtigung, zuzuschlagen.
Es braucht klaren Widerspruch – auf der Straße, in politischen Bündnissen und überall dort, wo Antizionismus als legitimer Protest ausgegeben wird.
Update: Mahnkundgebung am Freitag
Am Freitag findet eine Mahnkundgebung in Solidarität mit dem Betroffenen des Übergriffs statt:
Freitag, 24.07.2026, 17:00 Uhr
Unterer Markt, Würzburg